KVS - Kreisverkehrsbetriebe Saarlouis

Die Kreisverkehrsbetriebe Saarlouis (KVS) AG

von Markus Philipp, Saarbrücken

Die KVS sind der Dienstleister Nr.1 in Sachen ÖPNV im Landkreis Saarlouis. Das Einzugsgebiet der KVS zählt rund 160.000 Einwohner und reicht über die Kreisgrenzen hinaus bis Düppenweiler, Völklingen und in Frankreich bis Schreckling und St.Avold. Nur das Niedtal und der Bereich um Lebach wird im Landkreis ausschließlich von der RSW und DB bedient. Historie: Die Straßenbahn der KVS wurde im Jahre 1897 auf der Linie Ensdorf-Wallerfangen eröffnet, 1961 wurde die Bahn auf der letzten Strecke Saarlouis-Creutzwald (F) stillgelegt. Ab diesem Zeitpunkt fuhr die KVS (ehemals "Kravag") nur noch mit Bussen, die seit 1928 zum gewohnten Bild im Landkreis gehören. Heute befördert die KVS rund 9 Millionen Fahrgäste - Tendenz steigend. In den letzten 10 Jahren ist das Netz stark gewachsen: Neue Stadtlinien in Saarlouis (5, 5a, 16, 16a) und Dillingen (17) sind u.a. hinzugekommen. Ganz neu auch die "IKEA-Linie" 20, die im Verbund mit den neuen Linien 18/28 verkehrt und erstmals von Unternehmen der freien Wirtschaft (IKEA, Dekathlon, ProMarkt) mit Unterstützung des Arbeitsamtes finanziert wird. Eine weitere Expansion hat das Netz im September 1999 mit der Einführung der Linie MS2 erfahren, die Saarlouis nahezu stündlich mit St.Avold in Lothringen verbindet. Der Wagenpark wurde in den vergangenen Jahren erheblich modernisiert: Neue Stadt- und Überlandbusse mit Niederflurtechnik, Klimaanlage, besonders schadstoffarmer Verbrennung, und vielen Extras bieten eine moderne Dienstleistung. Dennoch sind die Kunden der KVS mehrheitlich Schüler, was leider auch zu Problemen führen kann, wie ein tragischer Unfall am kleinen Markt im vergangenen Jahr zeigt (vgl. nahfairkehr 1/99). Auch ist das Angebot noch sehr stark an den Bedürfnissen der Schüler orientiert. Aber die KVS scheint auf dem richtigen Weg zu sein, was die Einrichtung der neuen Linien und die steigenden Kundenzahlen zeigen. Wichtig ist der KVS auch die Meinung der Kunden: Zusammen mit VCD, RSW und dem Landkreis wurde 1997 ein Fahrgastbeirat, eine Art Kundenforum, gegründet. 1998 wurde die Tochter KVG (Kreisverkehrsgesellschaft) gegründet, die Fahrer zu anderen Tarifverträgen einstellt. Damit mußte die KVS sich an den allgemeinen Trend (siehe Saarbahn in Saarbrücken, Rheinbus in Düsseldorf usw.) anpassen und Kosten reduzieren. In vielerlei Hinsicht ist aber auch bei der KVS noch einiges zu tun: Der Taktverkehr hat bisher nur auf einigen Linien Einzug gehalten und viele Haltestellen, allen voran der Saarlouiser Hauptbahnhof sind bezüglich ihrer Ausstattung alles andere als kundenfreundlich. Die KVS in Zahlen (Stand 1999): Eigene Busse: 73, davon 36 Niederflurbusse / 9 Gelenkbusse Anzahl der Linien: 33, darunter zahlreiche Ringlinen rund 400 Haltestellen Belegschaft: 150 Personen, davon rund 30 in der Verwaltung Betriebsleistung: 4.100.000 km, davon knapp 25% durch Fremdfirmen KVS-Website im Internet


Der Artikel wurde veröffentlicht in der VCD-Mitgliederzeitung "nahfairkehr" Nr. 3/99, herausgegeben vom Verkehrsclub Deutschland, Landesverband Saarland, Saarbrücken; der Artikel ist Teil 1 einer Serie "Wer macht eigentlich den ÖPNV?".
Artikelübersicht Markus Philipp in IDL: Kreisverkehrsbetriebe Saarlouis (KVS) Gesellschaft für Strassenbahnnen im Saartal (GSS) Stadtbus Sarreguemines/Frankreich (SABUS) Ringbus Püttlingen zur IDL-Startsite



Sie sind Besucher Nr.

Eigene Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!